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McCoi Kettenöler

Seit langer Zeit bin ich ein begeisterter Fan des McCoi Kettenölers. Er wird vertrieben von Steffen Koberitz auf seiner Webseite www.mccoi.de. Weitere Erklärungen spare ich mir, die gibt es dort zur Genüge.

Natürlich kann man darüber diskutieren ob es sinnvoll ist solch ein aufwändiges System zu installieren. Eine Dose Kettenspray ist für Gelegenheitsfahrer sicherlich die bessere Alternative. Aber wer viel fährt und es bequemer haben möchte (und gerne bastelt) der ist mit solch einem System sehr gut bedient.

McCoi in der FZS1000
McCoi in der CBF600

Die Pumpe

Das Herzstück des McCoi ist die elektrische Pumpe die das Öl zur Kette fördert. Die Menge ist damit exakt zu dosieren. Steffen hat diese Pumpe über die Jahre für den Einsatzzweck optimiert und perfektioniert, insbesondere die Dichtungen. Ich konnte es nicht lassen und habe sie direkt mal zerlegt:
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Es ist ein sog. "Schwingkolbenpumpe". Der bewegliche Teil und das Ventil stecken in dem "Messing-Röhrchen". Der "schwarze Klotz" drumherum ist eine simple Spule für das Magnetfeld. Sie ist ursprünglich für den Betrieb an 12V/50Hz Wechselstrom ausgelegt (3.5 Ohm Widerstand). Im Einsatz als Dosierpumpe für den Kettenöler wird sie über kurze Impulse (~50ms) angesteuert und macht nur einen Hub.

Eine kleine Sache ist allerdings ärgerlich. Weshalb hat das "silberne Ende" einen Aussendurchmesser von 7.3mm? Wenn es 2..3mm kleiner wäre könnte man auf den Schlauchadapter verzichten und der 2.4mm Tygonschlauch würde durchgängig passen..

Die Elektronik

Eine Elektronik ist leider unabdingbar. Sie zählt die Tachoimpulse und steuert nach einer vorgegebenen Distanz die Pumpe an. Keine triviale Aufgabe, deshalb wird sowas heutzutage mit einem Mikrokontroller gemacht. Steffen bietet einen passenden Bausatz zum Eigenbau an.

Meine Elektronik baue ich aber lieber selbst :)
Da ich unschlüssig war welche Bedienung die beste ist habe ich direkt verschiedene Varianten zum Austesten aufgebaut.

Version Dip-Schalter

Nach dem Motto "keep it simple, stupid" sollte alles möglichst einfach sein und ohne Hilfsmittel bedienbar. Die Einstellungen werden über Dip-Schalter gemacht. Einziges Extra ist ein "Regen-Schalter" der die Öl-Distanz halbiert.
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Diese Version läuft jetzt in der Honda CBF600.

Version Bluetooth

Eine interessante Anregung fand ich bei Rehoiler, die Elektronik wird per Bluetooth eingestellt. Beim ersten Durchlesen klang das nach technischem overkill, aber die Lösung ist durchaus vernünftig. Kleine Bluetooth-Module sind günstig zu bekommen, man kann die Elektronik komplett verschliessen, es sind keine Schalter notwendig und die Sache ist bequem vom Handy zu bedienen.

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Die wesentlichen Teile auf der Platine sind: ein HC-05 BT-Modul, ein Atmel-Kontroller, ein Spannungsregler und der Schalttransistor für die Pumpe.
Die notwendige Steuer-App auf dem Handy machte mir Anfangs Kopfzerbrechen. Sie ist aber garnicht notwendig wenn man leichte Abstriche beim Bedienkomfort macht. Es gibt diverse Bluetooth-Terminalprogramme mit denen man alles per Kommandozeile machen kann.

Das Bluetooth-Modul verbindet sich mit dem Android-Handy per SPP-Profil (Serial Port Profile). Dieses ist auf alle Androiden verfügbar.
Leider nicht auf iPhones. Die benötigen neuere BT-Versionen, die das HC-05 nicht unterstützt. Das HM-10 wäre ein Kandidat, vielleicht später mal ..
Ein Laptop mit BT und einem Terminalprogramm ("Hyperterminal") geht natürlich auch.

Im Screenshot vom Terminalfenster sieht man die Kommunikation.
Alle Befehle beginnen mit "#" und enden mit "*". Schickt man nur ein "?" (siehe erste Zeile) dann antwortet die Elektronik mit ihrem Status und einer kurzen Hilfe.

Zwei Parameter sind essentiell (generell für diese Art von Kettenöler):
- Tachofaktor: Wieviele Impulse liefert der Tachogeber pro Kilometer?
- Öl-Distanz: In welchen Abständen soll die Pumpe pumpen?
Alles andere ist Beiwerk zur leichteren Inbetriebnahme.
Auf Schnickschnack habe ich verzichtet. Einzige Ausnahme ist die Regen-Umschaltung (Öl-Distanz wird halbiert). Die kann man optional auch über einen mechanischen Schalter aktivieren (Kontaktpunkte sind auf der Platine).

Version USB

Diese Version schlummert noch in Einzelteilen in der Bastelkiste. Die Platine ist bereits fertig aber noch nicht aufgebaut.
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Kernstück ist ein Arduino-Nano Modul. Auf der Platine sind kaum Bauteile, im wesentlichen nur der Schalttransistor.

Wie der Name bereits andeutet wird alles per USB-Kabel vom PC aus konfiguriert. Die Bedienung wäre z.B., wie bei der Bluetooth-Variante, per Teminalprogramm machbar. Oder über ein komfortableres, selbstgeschriebenes Programm. Nach meiner Erfahrung stellt man den Öler sowieso nur einmal ein und kann ihn dann vergessen.

Ideal ist diese Variante wenn man mit der Software experimentieren möchte. Mit der Arduino-Programmierumgebung kann man ohne spezielle Prgrammieradapter schnell per USB was neues aufspielen.