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Bedienung und Einstellungen

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Das Bedien- und Einstell-Konzept der Trimatik-MC ist "aus einer anderen Zeit" und für heutige Masstäbe eine kleine Katastrophe. Mit kryptischen Symbolen und ohne selbstsprechende Logik. Selbst mit einer Anleitung in der Hand sind viele Dinge schwer zu durchschauen. Aber okay, das waren halt die 80er Jahre..

Glücklicherweise ist es im normalen Betrieb nicht notwendig an den speziellen Parametern der Heizkurven herumzufummeln (Steigung und Offset). Das sollte bei der Installation der Anlage durch einen Fachmann bereits korrekt eingestellt worden sein. Man kann aber "einfache Sachen" und Schaltzeiten anpassen und z.B. die Heizfunktion im Sommer komplett deaktivieren.

Betriebsprogramme

Das grundsätzliche Ziel der Steuerung ist es einem Wohnraum auf eine konstante Temperatur zu bringen. Es stehen dafür 3 Betriebsprogramme zur Verfügung die am Programmwahlschalter ausgewählt werden können. Die Trinkwassererwärmung kommt noch hinzu.

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(WA = ProgrammWAhlschalter)

Der Normalbetrieb ist genau das was der Name sagt. Die Anlage hat das Ziel auf eine Temperatur von 20°C zu regeln. Das Symbol soll eine Sonne darstellen.

Der Reduzierte Betrieb ist identisch, nur die Zieltemperatur liegt mit 14°C etwas tiefer. Dieser Modus wird üblicherweise für die Nachtstunden gewählt oder bei langer Abwesenheit um das Auskühlen zu verhindern. Das Symbol ist eine Mondsichel.

Der Abschaltbetrieb ist ausnahmsweise auch selbsterklärend, die Heizfunktion ist abgeschaltet. Allerdings nicht vollständig, bei Frostgefahr wird sie zum Selbstschutz automatisch wieder aktiviert. Das Symbol ist eine Eisblume. Es ist leider sehr ähnlich zur "Sonne" und ohne Lesebrille kaum zu unterscheiden.

Die Symbole sind immer paarweise angeordnet, korrespondierend zu den beiden Zuständen der Schaltuhr. Details dazu folgen weiter unten.

Der Trinkwassererwärmung läuft ganz ohne spezielle Aktionen immer parallel zur eigentlichen Gebäudebeheizung. Sie hat eine eigene Temperatur und eigene Aktivierungszeiten.
Wenn ihr Symbol angewählt ist dann wird exklusiv nur das Trinkwasser durch den Brenner bedient, die normale Heizfunktion für das Haus ist nicht aktiv. Üblicherweise ist das die "Sommer-Einstellung" der Heizung.
Die Trinkwassererwärmung kann durch Auswahl der Temperatur "0" vollständig abgeschaltet werden.

Die jeweiligen Soll-/Zieltemperaturen können über Dreh-Regler eingestellt werden. Es wurde dort offensichtlich bewusst der Buchstabe "N" und keine absolute Temperaturangaben für die Normalposition gewählt. Je nach Konfiguration ist die Anlage garnicht in der Lage auf absolute Werte zu regeln. Meine Anlage (z.B.) hat keinen Sensor für die Raumtemperatur, folgt stumpf der Aussentemperatur und regelt "nur" die Vorlauftemperatur.

An diesen Reglern darf man deshalb "ganz offiziell" herumdrehen um alles an die baulichen Besonderheiten und seine persönlichen Wohlfühltemperaturen anzupassen.
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Die Schaltuhr und Temperaturprofile

Die Heizung hat keine Möglichkeiten einem vorgegebenem Temperaturprofil zu folgen. Sie kennt nur die Zustände Tag (20°C) oder Nacht (14°C) oder Aus. Um diesen Umstand zu mildern wurde eine Schaltuhr hinzugefügt. Sie ermöglicht das zeitliche Umschalten zwischen 2 dieser Betriebsmodi. So kann man eine primitive Temperaturrampe "programmieren", gerade ausreichend für z.B. eine brauchbare Nachtabsenkung.

Man ist aber auch hier wieder etwas eingeschränkt und muss aus den 5 bzw. 6 vordefinierten Kombinationen des Wahlschalters auswählen:
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Die Farben blau und rot gruppieren die jeweils zusammengehörigen Schaltzeiten und Zustände.

Die Schaltuhr hat 4 Speicherplätze mit jeweils 2 Schaltzeiten. Beim Druck auf einen roten Taster kann der Beginn der Zeitspanne für die "rote" Betriebsart eingestellt werden, bei blau entsprechend die Startzeit für die "blaue" Betriebsart. End-Zeiten werden nicht explizit gesetzt, die ergeben sich automatisch durch den Beginn der anderen Farbe.

In den Blöcken kann man zusätzlich noch eine zweite Schaltzeit programmieren. Dabei muss man natürlich auf wiedersprüchliche Schaltanforderungen aufpassen. Normalbetrieb hat Vorrang vor Abschaltbetrieb.

Der Block "SU2" ist für die Zeiten der Trinkwassererwärmung vorgesehen (nur wenn ohne Mischer!).

Die Zuordnungen der Speicherplätze ändern sich allerdings sobald ein zweiter Heizkreis hinzukommt oder eine Fernbedienung oder die Trinkwassererwärmung entfällt. Es wird noch verwirrender wenn man noch die Einstellmöglichkeiten in der Regelbox und die andere Variante der Schaltuhr berücksichtigt. Spätestens jetzt sollte man auch einen Blick in die Betriebsanleitung(en) werfen..
Die Kapitel Regelbox, Systemübersicht und Schaltuhr können hier etwas weiterhelfen.

Die Zeiten für die Trinkwassererwärmung kann man übrigens nicht immer so unabhängig wählen wie man denkt. In einigen Anlagen-Konstellationen sind die Zeiten fest verknüpft mit der normalen Heizfunktion. Kürze Zeiträume kann man nicht anwählen.

Tja, wie erwähnt, ein recht "eigenwilliges" Bedienkonzept..

Fehler oder Feature?

Was passiert wenn man die Betriebsart Normal/Abschaltbetrieb (Position 2) auswählt und die "blaue Zeit" auf 0 setzt?
Die Auflösung: das entspricht der Position 4, dauerhaft Normal.

Für einen unbedarften Nutzer ist diese "Freiheit in der Programmierung" erstmal sehr verwirrend. Diese Glitche sind offenbar der stückweisen Aufrüstung und Weiterentwicklung der Steuerung geschuldet.

Und wofür sind die bunten Lampen?

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Also nichts was einen wirklich weiter bringt..

Einige Beispiele

Die Anlage ist im Winterbetrieb und läuft dauerhaft in der "Tag/Normal"-Einstellung. Der Wahlschalter steht auf "Sonne/Eisblume".
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  • Eine Wohnraumtemperatur von 20°C ("N") ist eingestellt.
  • Der erste Block der Schaltuhr wird nicht verwendet (--:--, weil kein Heizkreis ohne Mischer vorhanden).
  • Der zweite Block der Schaltuhr (Heizkreis mit Mischer ist vorhanden) ist dauerhaft aktiv im Zeitraum 00:00 - 24:00, keine Aktivierung des "blauen Bereichs", keine Nachtabsenkung, kein Abschalten.
  • Der dritte Block der Schaltuhr aktiviert die Brauchwassererwämung im Zeitraum 06:30 - 19:30.
  • Der vierte Block der Schaltuhr wird nicht verwendet.




Die Anlage ist im Sommerbetrieb und nur die Brauchwassererwärmung ist aktiv. Der Wahlschalter steht auf dem "Wassersymbol". Die Einstellungen der Schaltuhr sind unverändert, aber nur für die Brauchwassererwärmung relevant.
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Die Anlage ist im Abschaltbetrieb. Alle Heizkreise sind inaktiv. Der Wahlschalter steht auf dem "Wassersymbol" und die Soll-Temperatur ist auf 0 gesetzt. Die Einstellungen der Schaltuhr sind nicht relevant. Es wird nur bei Frostgefahr geheizt. Die Pumpen werden gelegentlich automatisch kurz aktiviert um Festsetzen zu vermeiden.
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Heizkurve verändern

Die Parameter der Heizkurve sollten eigentlich schon bei ersten Inbetriebnahme korrekt eingestellt worden sein. Wer sie dennoch unbedingt verändern will kann die beiden folgenden Regler verdrehen:
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Die Steigung sollte so gewählt werden dass sich für beliebige Aussentemperaturen immer eine konstante (!) Wohnraumtemperatur ergibt. Diese Temperatur ist nicht automatisch die gewünschte Zieltemperatur, sie muss nur konstant sein.

Den Offset verdreht man sobald die Steigung korrekt ist. Damit verschiebt man die Heizkurve damit sie zu den nominal 20°C passt. Der Effekt ist ähnlich wie bei den beiden oben beschriebenen Temperaturstellern für Tag und Nacht.

Es spricht nichts dagegen beide Regler gleichzeitig zu verändern, das macht das Einstellen aber etwas schwieriger. Typischerweise braucht es eine lange Probierzeit und möglichst viele unterschiedliche Wetterbedingungen um ein Optimum einzuregeln.

Resumee

Es ist schon erstaunlich wie man als Hersteller eine Aufgabe dermassen vermurksen kann. Von einem Bedienkonzept kann man hier nicht wirklich sprechen. Und ohne Anleitung kann die Schaltuhr praktisch nicht bedient werden. Zum Glück muss man nur zweimal im Jahr an die Anlage ran, für die Sommer/Winter Umschaltung, falls man die überhaupt machen möchte.