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Yamaha Quad 4-Zylinder-Motor Umbau

FZS1000 Quad
Ein beliebter Umbau bei Quads ist der Austausch des Motors gegen einen 4-Zylinder aus der FZS600 oder FZS1000 Serie. Üblicherweise wird dabei der komplette Kabelbaum incl. Cockpit mit übernommen. Dabei sind einige elektrische Besonderheiten zu beachten.

Notwendige Modifikationen an der Elektrik

Tachokorrektur

  • Wegen der geänderten Übersetzung und Reifendimensionen zeigt der Tacho falsch an und muss korrigiert werden. Diese Aufgabe übernimmt ein Tachokonverter.
Tachogeber
  • Beim 1000er Motor sitzt der Tachogeber im Getriebe und kann direkt und problemlos weiter verwendet werden.
  • Bei den 600er Motorrädern befindet sich der Tachogeber im Vorderrad. Falls möglich sollte diese Verbauart beibehalten werden.
  • Der Tachogeber kann auch durch einen induktiven Geber an der Hinterachse ersetzt werden (z.B. OMRON E2B-M12KS04-WP-C1). Diese Geber reagieren auf die Annäherung von Metall. Üblicherweise werden dabei die Befestigungsschrauben der Bremsscheibe als Signalgeber benutzt.
Tankanzeige
  • Die originale Tankanzeige passt nicht zum neuen Tankgeber.
  • Teilweise ist sogar die Kennlinie umgedreht, oder ein Zusatztank (mit eigenem Geber) muss mit berücksichtigt werden.
  • Einige Tanks arbeiten nur mit einem simplen NTCs für die Leer-Erkennung.
  • Oder es werden Nachrüst-Tankgeber (z.B. für Boots-Tanks) verwendet.
  • Als Lösung kann eine Tankanzeige mit programmierbarer Kennlinie verwendet werden.
Kühlerlüfter Ansteuerung
  • Die macht keine Probleme solange der originale Thermostat und die darin vorhandenen originalen Thermoschalter/Sensoren verwendet werden.
  • Bei der 1000er befindet sich die Elektronik zur Ansteuerung im originalen Cockpit. Falls das Cockpit entfällt, oder ausgetauscht wird, wird der Lüfter nicht mehr angesteuert.
  • Als Lösung kann ein Thermoschalter aus der 600er verwendet werden.
  • Oder eine elektronische Schaltung.
EXUP-Motor
  • Die 1000er Motoren verwenden ein sog. EXUP-System, eine von der ECU gesteuerte Klappe im Auspuff.
  • Aus Platzgründen kann das EXUP üblicherweise nicht weiter verwendet werden.
  • Wenn der zugehörige Servo-Motor weggelassen wird kommt es zu einer Fehlermeldung, die Nadel des Drehzahlmessers beginnt "zu Tanzen".
  • Als Lösung kann an Stelle des Servo-Motors ein sog. Exup-Dumy eingesteckt werden.
Notstoppschalter
  • Dieser schaltet den Motor bei zu grosser Schräglage ab (Unfall) und wird aus Platzgründen gerne weggelassen.
  • Das "OK"-Signal vom Sensor wird aber weiterhin von der ECU erwartet und kann durch 2 Widerstände simuliert werden.
  • Wenn nur eine sehr schräge Einbaulage möglich ist kann die "Schaukel" im Inneren entfernt werden.
Geschwindigkeitsbegrenzung
  • Fahrwerk und Reifen sind häufig nicht für Geschwindigkeiten höher als ~160Km/h geeignet/zugelassen.
  • Eine Drossellung der Motorleistung (z.B. durch Anschlag im Gasschieber oder einen Drehzahlbegrenzer) wirkt sich in allen Gängen negativ aus.
  • Optimaler ist eine Drehzahlbegrenzung die nur oberhalb der Geschwindigkeitsgrenze arbeitet. Dies kann durch eine Modifikation der ECU erreicht werden.

Ganganzeige Quad-Version

Die speziell angepasste Quad-Version der Ganganzeige ist eine gute Ergänzung um einige der beim Umbau auftretenden elektrischen Probleme zu lösen.

  • Das Original-Cockpit kann beibehalten werden. Die Verkabelung wird vereinfacht, der Kabelbaum muss nicht modifiziert werden. Es sind keine Zusatzinstrumete notwendig. Die originale Optik des Cockpits bleibt erhalten.
  • Der eingebaute Tachokonverter korrigiert die Tachosignale. Geschwindigkeit und Kilometerzähler zeigen korrekt an. Er ist im Cockpit verbaut und über ein Menü einstellbar.
  • Die Tankanzeige kann auf alle üblichen Schwimmer-Tankgeber angepasst werden. Eine selbst gemessene Kennlinie kann einprogrammiert werden und liefert eine hohe Genauigkeit. Die Tank-Leer Schwelle ist einstellbar.
  • Gekoppelte Tankgeber (2 Tanks) sind möglich.
  • Tankgeber die nur eine Reserve-Anzeige haben werden unterstützt. Eine kontinuierliche Füllstandsanzeige ist dann allerdings nicht möglich.
  • Anzeige von Wasser- oder Öltemperatur. Der originale Sensor wird mitbenutzt (1000er). Oder ein Nachrüst-Temperatursensor wird eingesetzt (600er).
  • Alle anderen Funktionen der Ganganzeige, wie im Fazer-Kapitel beschrieben, sind weiterhin vorhanden.

Yamaha FZS 600 Modelljahr Unterscheidung

Die FZS 600 wurde von 1998 bis 2003 produziert. Es existieren 3 Modelljahr-Varianten. Sie lassen sich u.a. an Hand des Cockpits leicht unterscheiden:

  • Modelljahr 1998 - 1999, 5DM1/4:
    Rechteckige Frontscheinwerfer, Cockpit mit 1 Taster, 20-pol Steckverbinder, keine Digitaluhr, nur Kilometerzähler.
    FZS600 1998

  • Modelljahr 2000 - 2001, 5DM7/8/9/A/C:
    Sehr ähnlich wie vorher, aber mit 2 Tasten, 20-pol Steckverbinder.
    Beide Cockpits verhalten sich im Kabelbaum elektrisch gleich und können gegeneinander ausgetauscht werden.
    FZS600 2000

  • Modelljahr 2002 - 2003: 5RT1/4:
    Geschwungene Frontscheinwerfer, Cockpit 2 Tasten, Digitaluhr und 16-pol Stecker.
    Dieses Cockpit passt nicht direkt an die älteren Kabelbäume. Es ist sehr ähnlich (aber nicht identisch) zum 1000er Cockpit.
    FZS600 2002

Die Unterschiede in der Übersicht:
FZS600 2002

Yamaha FZS 600 Cockpit austauschen

Die Cockpits der Modelljahre 1998 - 2001 sind elektrisch identisch und können problemlos untereinander getauscht werden.

Die Cockpits der Modelljahre 2002 - 2003 haben einen kleineren Steckverbinder (16-polig gegenüber 20-polig). Die elektrischen Anschlüsse sind bis auf 2 Ausnahmen identisch und kompatibel mit den älteren Versionen. Es ist möglich das "neue" Cockpit an einen "alten" Kabelbaum anzuschliessen.

FZS600 2002 FZS600 2002

Die Unterschiede im Detail:

  • Das älter Modelljahr benutzt einen NTC-Sensor im Tank um die Reservewarnleuchte anzusteuern. Im neueren Modelljahr ist dieser Sensor entfallen, der Prozessor im Cockpit steuert die Warnleuchte an Hand der Messwerte des Füllstandsgebers. Man kann dieses Signal daher ohne Nachteile entfallen lassen.
  • Die Ansteuerung der Übertemperatur-Warnleuchte wurde geändert. Das neuere Modell verwendet einen Temperatursensor und einen Mikroprozessor, das alte Modell steuerte das Birnchen direkt über einen Thermoschalter an. Der Temperatursensor benötigt 2 Leitungen (Signal und extra Masseleitung) und sitzt im Thermostat-Gehäuse. Die Lüfteransteuerung wird dadurch nicht beeinflusst. Sie ist in beiden Fällen identisch und verwendet einen separaten Thermoschalter (sitzt ebenfalls im Thermostatgehäuse).
Die G/W-Leitung im alten Kabelbaum kann man bei Bedarf zum Nachrüsten eines Themosensors benutzen. Es fehlt dannn nur noch eine zusätzliche Masseleitung vom Sensor zum Cockpit.

Der notwendige 16-polige Cockpitstecker (Kabelbaumseite) ist von TE-Connectivity mit der Bezeichung "AMP 040 MULTILOCK Plug 16p 174046-2". Es ist ein Leergehäuse in das man die vorhandenen Stecker umpinnen kann.
FZS600 2002

Tachosignale 600er

Bei allen 600ern sitzt der Tachogeber im Vorderrad. Bei einem Umbau muss er durch einen passenden Geber (am Hinterrad?) ersetzt werden.

Wegen der geänderten Übersetzung müssen die Tachosignale angepasst werden. Dafür ist ein Tachokonverter (z.B. Speedohealer) notwendig.

Die Tachosignale werden auch von der ECU benötigt (Drehzahlbegrenzung im Stand). Wenn die Signale fehlen wird über den Drehzahlmesser ein Fehlercode ausgegeben (der Zeiger springt auf 4000 U/min).

Lüftersteuerung 600er

Bei allen 600ern wird der Lüfter über einen elektrischen Thermoschalter im Thermostatgehäuse geschaltet. Hier sind keine Änderungen notwendig.

Im Thermostatgehäuse ist ein zweiter Thermoschalter vorhanden der die Übertemperatur-Warnlampe im Cockpit ansteuert (nur die Lampe, nicht den Lüfter). Im Modelljahr 2002-2003 wurde dieser zweiter Schalter durch einen Thermosensor ersetzt. Er wird über die Elektronik im Cockpit ausgewertet und steuert die Warnlampe.

(Thermoschalter: Bi-Metall, schaltet mechanisch bei ~105°C
Thermosensor: NTC-Widerstand, benötigt Elektronik zur Auswertung)

1000er Unterscheidung

Die FZS1000 wurde von 2001 - 2005 produziert. Alle Modelljahre sind technisch praktisch identisch.
Ab Modelljahr 2003 entfiel der Lichtschalter (Zwangslicht), Kabelbaum und ECU wurden angepasst. Eine ECU ab 2003 funktioniert nicht in einem älteren Kabelbaum weil die Licht-Schaltung fehlt.
Im Modelljahr 2005 wurde ein ungeregelter Kat hinzugefügt mit minimal veränderter ECU.

Tachosignale 1000er

Bei der 1000er sitzt der Tachogeber im Getriebe und kann weiterhin benutzt werden.

Wegen der geänderten Übersetzung müssen die Tachosignale angepasst werden. Dafür ist ein Tachokonverter (z.B. Speedohealer) notwendig.

Die Tachosignale werden auch von der ECU benötigt (Drehzahlbegrenzung im Stand). Wenn die Signale fehlen wird über den Drehzahlmesser ein Fehlercode ausgegeben (der Zeiger springt periodisch auf 4000 U/min).

EXUP

Der 1000er Motor hat ein sog. EXUP-System im Auspuffkrümmer verbaut, eine gesteuerte Klappe um das Drehmoment zu erhöhen. Der zugehörige Servo-Motor wird von der ECU gesteuert. Wenn er entfällt wird ein sog. EXUP-Dummy benötigt um die Fehlermeldung der ECU zu unterdrücken.
Weiter Infos hier oder hier.

Lüftersteuerung 1000er

Bei der 1000er ist nur ein einzelner Thermosensor vorhanden. Das Cockpit wertet diesen aus und steuert den Lüfter und die Warnlampe. Ohne (Original-)Cockpit wird der Lüfter NICHT angesteuert!

(Thermoschalter: Bi-Metall, schaltet mechanisch bei ~105°C
Thermosensor: NTC-Widerstand, benötigt Elektronik zur Auswertung)

Alternativer Tachogeber

Um einen fehlenden Tachogeber zu ersetzen sind sog. Induktive Geber eine gute Lösung. Sie liefern ein Signal bei der Annäherung von Metall und kommen ohne Magnete aus. Gute Sensoren bekommt man z.B. von OMRON, Typ E2B-M12KS04-WP-C1. Je nach Einbausituation kann man aus einer Vielzahl von Gehäusevarianten auswählen.

quad quad
Kabelbelegung Sensor:
- braun: +12V
- schwarz: Tachosignal
- blau: Masse

Im Kabelbaum wird der Sensor an Stelle des entfallenen Originaltachogebers angeschlossen. Farben auf Kabelbaum-Seite(!):
- hellblau/gelb (L/Y): +12V
- weiss (W): Tachosignal
- schwarz/hellblau (B/L): Masse

Fast jeder andere 3-polige Induktive Sensor ist ebenso geeignet. Er muss nur ein paar Mindest-Eigenschaften erfüllen
- "NPN-Ausgang" mit Mode "NO" (Normally Open)
- Versorgungsspannung 12V
- 3-Draht Technik
- Detektionsabstand kleiner ~5mm (abhängig von der Verbausituation)
Viele Sensoren besitzen am Gehäuse eine kleine Sensor-LED um die Schaltpunkte und Abstände leichter einstellen zu können.

Yamaha verwendet üblicherweise 3-polige Steckverbinder.
Achtung, der Orignalgeber benutzt anderer Kabelfarben, die Farben wechseln beim Steckerübergang!

quad quad
Zur Info, die +12V Versorgungsleitung kommt direkt vom Cockpit zum Sensor.
quad

Notstoppschalter Ersatz

Der Notstoppschalter kann durch 2 Widerstände ersetzt werden um Fehlermeldungen zu vemeiden. Oder die "Schaukel" wird entfernt. In beiden Fällen ist der Schalter ausser Funktion. Weitere Infos hier.