Proxxon MV9 / Xenox MV9
Dieses Gerät ist ein kombinierter Stromleitungssucher und Metalldetektor. Es stammt aus den 90er Jahren.
Hersteller war die Firma "Proxxon", ein weiterer Handelsname war "XENOX". Die Variante "M9" war scheinbar ohne
Stromsucher.
Das Teil funktionierte lange Zeit sehr zufriedenstellend. Etwas lästig war nur die verwendete 9V-Batterie die
"immer leer war wenn man sie mal brauchte ..". Diese Problemchen konnte ich durch einen
Li-Ionen-Akku elegant lösen.
Im Laufe der Zeit/Jahre wurde das Messverhalten immer merkwürdiger und am Ende unbrauchbar. Ich habe das Gerät
deshalb geöffnet, gründlich untersucht und analysiert. Auch in der Hoffnung dass man vielleicht einen "Atmel mit
Display" dranklemmen könnte um feinere Messergebnisse zu erhalten..?
Die Fehler konnte ich finden, es waren ein defekter Widerstand und ein paar kalte oder gealterte Lötstellen. Den
grauen Trimmmer in der Bildmitte hatte ich bei einem früheren Versuch bereits mal ausgetauscht.
Der Spannungssucher-Teil (oben links im Schaltplan) ist ein simpler hochohmiger Verstärker der das 50Hz-Streufeld
von Netzleitungen detektiert.
Der "Sensor" ist eine Metallplatte (neben dem Ferritstab). Die Triggerschwelle für den Piepser wird mit einem Poti
VR2 geregelt (links unten). Piepsen und Blinken macht ein TC4069 (rechte Hälfte).
Der Metalldetektor verwendet eine Spule auf einem Ferritstab die zusammen mit Q1 einen 170kHz Oszillator bildet.
Die Spule (T1 <-> T2) und C1 bilden den Schwingkreis. In der Nähe von Metall wird das Signal in die Spule
(T3 <-> T4) verändert und aktiviert Q2. Der passende Arbeitspunkt, und damit die Empfindlichkeit, wird über VR2
ausgewählt.
Der Umschalter S1 schaltet die Versorgungsspannungen und das Poti passsend um. Q34 und Q35 bilden einen einfachen
Spannungsregler.
Alternativer Metalldetektoren
Bei der Suche nach Schaltungsbeispielen bin ich auf die Firma
Vellemann gestossen. Sie
bietet einen DIY Bausatz an der auf der gleichen Grundschaltung basiert:
Zu dieser Schaltung gibt es auch eine Diskussion im
Microcontroller-Forum. Die Experten sind sich aber nicht
so völlig einig wie sie funktioniert..
L1 und C1 bilden den relevanten Schwingkreis, Spule L2 ist die Rückkopplung für den Oszillator.
Im Anfangszustand ist T1 eingeschaltet, schwingt aber noch nicht. An seiner Basis liegen über R4 und D1 ca 0.7V an.
T2 ist ausgeschaltet, seine B-E-Spannung wird durch L2 kurzgeschlossen.
T3 ist über R5 eingeschaltet, die LED leuchtet und der Buzzer ist aktiv.
Sobald der Oszillator anschwingt wird T2 durch die in L2 induzierte Spannung im gleichen Takt aufgesteuert.
C2 glättet das Signal. T3 sperrt sobald die Spannung über C2 (= Basis von T3) unter ca. 3V sinkt (die
LED-Flusspannung muss zu V_BE addiert werden). LED und Buzzer sind abgeschaltet. Das ist der "normale"
Betriebszustand.
Die Schaltung reagiert daher auf eine Dämpfung der Oszillation in der Nähe von Metall.
Mit RV2 (und RV1) kann diese Schwelle feinjustiert werden.
Erweiterung mit Mikroprozessor und Display
Die Erweiterung habe ich erstmal zurückgestellt. Das Gerät wird aktuell gebraucht.
Aber ein paar Ideen habe ich schon:
Den Pegel des Spannungssuchers könnte man einfach direkt darstellen, und auf das nervige Piepsen verzichten.
Beim Metalldetektor wird nur geschaltet, einen variierenden Pegel müsste man sich erstmal selbst abgreifen und
verstärken (am Kollektor von Q2?). Ebenso könnte die Resonanzverschiebung interessant sein und Hinweise auf den
Metall-Typ geben. Ein Atmel kann aber keine 170kHz messen, da muss man einen Frequenzteiler vorschalten.
Wohin mit dem Display? Der Handgriff ist ganz schön schmal und an der Seite ist blöd abzulesen..