FritzBox 6591 Cable
Die Fritzbox 6591 Cable ist ein Internet-Router für Kabelanschlüsse (Fernseh-Kabel, nicht Telefon-Kabel). In der Box
sind weiterhin ein WLAN-Modem und Telefon-DECT+ISDN-Klimbim enthalten. Zusätzlich kann sie DVB-C Kabelprogramme empfangen
und im Heimnetz verteilen.
Internet-Zugang und WLAN sind die für mich wichtigen Funktionen, der Rest ist (fast) ungenutztes Beiwerk (auf dem Festnetz
ruft nur noch der Opa an..).
Um halbwegs brauchbare Abstrahlungsbedingungen für das eingebaute WLAN zu bekommen wurde die Box vom Kabelübergabepunkt
im Keller an eine Wand im Hausflur versetzt. Das verlängerte Koaxialkabel kann man problemlos mit F-Steckverbindern
für Satellitenempfang selbst konfektionieren.
Die FritzBox 6591 Cable kam 2019 auf den Markt. Aktuell (2026) ist sie bei Fritz! nicht mehr im Verkaufsprogramm.
Alle DOCSIS3.1 Boxen basieren auf der "Puma7"-Plattform und in fast identischer Konfiguration(2GHz, 2MB/4096MB Speicher).
Das gibt Hoffnung dass sie noch lange mit SW-Updates versorgt wird.
Die Technischen Daten der Fritz!Box Cable 6591.
Die aktuelleste Firmware gibt es bei Fritz! im Download-Bereich.
Das passende Handuch liegt hier.
Eine Übersicht aller FritzBox-Modelle (Router-FAQ).
Eine weitere Übersicht aller FritzBox-Modelle (BoxMatrix).
Eine dritte Übersicht aller FritzBox-Modelle (Wikipedia).
Die Fritz!Box Projektseite auf der Homepage von Michael Engelke. Das Fritz!Box JSTool ist sehr praktisch zum Auslesen und Modifizieren von Konfigurationsdaten (für Fortgeschrittene).
Freischalten und Anmeldung im Kabelnetz
Die Architektur der Kabel-Netze verlangt dass die Boxen vor der Inbetriebnahme beim Kabelnetzbetreiber
freigeschaltet/angemeldet/registriert werden müssen. Dabei werden die Box-HW-Identifizierungsdaten CM MAC
und Serien‑Nummer mit dem Vertrag verknüpft und dem Netz "bekannt gemacht". Das Netz erkennt,
unterscheidet und akzeptiert die Boxen nur an Hand dieser Nummern.
Die vom Betreiber bereitgestellten (Miet-)Boxen sind typischerweise schon vorkonfiguriert und direkt lauffähig.
Eigene Geräte müssen vorab telefonisch oder über ein Web-Portal freigeschaltet werden.
Die Prozedur zur Inbetriebnahme variiert zwischen den Kabelbetreibern und eventuell auch mit dem Bundesland.
Anleitung zum Einrichten in der
Fritz! Wissensdatenbank.
Infoseite zum Freischalten bei
Vodafone.
Eine alternative Anleitung aus dem
Vodafone Community-Blog.
Online-Formular zum manuellen Freischalten bei
Vodafone (NRW, BaWü und Hessen).
Alternativ telefonisch über die Vodafone-Hotline: 0800 172 12 12
Alternativ im
MeinVodafone Kundenportal
anmelden/einloggen und Aktivierungscode selbst anfordern.
Wenn die Anmeldung nicht gelingt hat man möglicherweise eine nicht kompatible Box mit unpassendem Branding.
Oder eine Miet-Box deren MAC-Adresse gesperrt wurde oder eine freie Box deren MAC-Adresse noch vom Vorbesitzer
belegt ist.
Eine spätere Anmeldung im
MeinVodafone Kundenportal
ist sehr zu empfehlen. Dort kann man alle Details zum Vertrag und zur Box nachlesen und bei Bedarf ändern.
Ebenso findet man dort die "SIP-Parameter" für die Telefonie, falls benötigt.
Internet & Festnetz -> Geräte & Einstellungen:
Fallen, Besonderheiten und Unterschiede
In den Kabel-Netzen hat man seit langer Zeit die Wahlfreiheit für sein Endgerät, und das funktioniert auch gut.
Für die grossen Netzanbieter gibt es von Fritz! aber weiterhin selektive "Branding"-Versionen. Die sind für genau
dieses Netz zugeschnitten und zudem einem Vertrag fest zugeordnet! In dieser Konstellation funktionieren sie prima.
Sie werden nur als Miet-Gerät ausgegeben und sind im normalen Handel nicht erhältlich. (Alles ein bischen vereinfacht
dargestellt, Sonderfälle mal ignoriert). Die Versionen können an
Hand der Artikelnummer auf dem Typenschild (auf der Gehäuseunterseite) unterschieden werden.
| Artikel-Nr. | Beschreibung |
|---|---|
| 2000 2857 | Freie deutsche Retail-Version |
| 2000 2844 | International |
| 2000 2827 | Vodafone/Unitymedia Branding |
| 2000 2858 | Vodafone Miet-Box |
Die nicht-freien/Banding-Boxen haben in der Kopfzeile einen zusätzlichen Vermerk, z.B. "Vodafone Edition".
Bei Miet-Boxen mit Branding wird bei Vertragsende die MAC-Adresse als ungültig vermerkt. Der Kabelzugang ist ihr damit dauerhaft versperrt. Sie taugt nur noch als lokaler WLAN-Router. Die optional angebotene Abstandszahlung ist kein Kauf sondern nur eine "Strafgebühr" für das nicht-Zurückschicken. Solche Boxen tauchen häufig als Schnäppchen auf Verkaufsplattformen auf.
Wegen dieser möglichen Sperre ist es generell ein Risiko eine Kabel-Box gebraucht zu kaufen. Miet-Boxen werden generell nicht wieder für andere Verträge freigeschaltet. Bei der freien Retail-Version kann nur der Vorbesitzer die Loslösung von seinem Vertrag und Freigabe der MAC-Adresse veranlassen.
Eine Sperre ist am/im Gerät nicht erkennbar weil sie auf der Seite des Kabelanbieters greift. Eine Sperre erkennt man erst bei der Freischaltung.
Nur eine neue "Freie deutsche Retail Version" 2000 2857 kann mit Sicherheit problemlos in allen Netzen eingesetzt werden. Und erhält auch problemlos automatisch alle Updates. Bei allen anderen Versionen ist die Verwendbarkeit höchst fraglich. Nur bei der "International"-Version könnte(!) man mehr Glück haben.
Ein "De-Branding" ist mittlerweile, wegen neuer Schutzmechanismen und Signaturen, nicht mehr möglich.
Kein Glasfaser wegen fehlender PPPoE-Unterstützung
Kabel-Boxen können nicht hinter einem Glasfaser-Modem (ONT) eingesetzt werden weil das PPPoE-Protokoll
nicht in ihrer Firmware implementiert ist. Als Folge gibt es keine Möglichkeit zur Anmeldung am Glasfaser-Netz
(bei Vodafone, andere Netze können abweichen). Bei einer Umstellung von Kabel auf Glasfaser werden die Kabel-Boxen daher i.a.
unbrauchbar.
Zugriff auf die Box, Session-ID
Auf die Interna der FritzBoxen kann über diverse, offizielle
Schnittstellen
zugegriffen werden. HTML oder UPnP/TR-064 sind vermutlich die einfachsten Wege.
Bevor die Box irgendwelche Kommunikation akzeptiert muss man sich mit Benutzernamen und Kennwort anmelden und
eine Session‑ID erfragen (aktuelle SW-Version 8.25). Diese Session‑ID muss in alle späteren Anfragen hinzugenommen werden.
Ihre Ablaufzeit ist 20 Minuten und wird bei jedem Zugriff zurückgesetzt. Das Verfahren
ist nicht trivial, alle Details werden im
Session‑ID (PDF) Dokument erläutert.
Der folgende GET-Befehl startet den Vorgang:
https://192.168.178.1/login_sid.lua?version=2
Als Antwort schickt die Box beispielhaft folgendes:
<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<SessionInfo>
<SID>0000000000000000</SID>
<Challenge>
2$60000$2e62254d216bb465e6a16ce1bff98a72$6000$be968f9bceb408cacb9bb232ed9fb3e7
</Challenge>
<BlockTime>0</BlockTime>
<Rights></Rights>
<Users><User last="1">fritz1234</User></Users>
</SessionInfo>
Die aktuelle <SID> enthält nur Nullen und ist nicht gültig (wie zu erwarten). Wichtig ist die Zeichenfolge nach <challenge>. Die enthaltenen Elemente sind folgendermaßen definiert, getrennt durch $‑Zeichen:
2$<iter1>$<salt1>$<iter2>$<salt2>
Hier kommt jetzt eine kleine Hürde. Man benötigt ein Programm oder Skript um mit den erhaltenen Parametern ein PBKDF2-basiertes Challenge-Response-Verfahren zu starten und einen HASH-Wert zu berechnen. PBKDF2‑HMAC‑SHA256 ist ein genormtes Rechenverfahren aus der Kryptografie. Das ganze gibt es auch als Online-Service, z.B. hier, ebenso kann man die Fritz!Box Tools einsetzen.
HASH1 berechnen:
<password> ist das zu <user> gehörende Passwort, <salt1> und <iter1> werden aus <challenge> entnommen:
<hash1> = pbkdf2_hmac_sha256(<password>, <salt1>, <iter1>)
Im nächsten Schritt wird mit dem Ergebnis ein weiterer HASH berechnet und die <response> zusammengesetzt:
<response> = <salt2>$ + pbkdf2_hmac_sha256(<hash1>, <salt2>, <iter2>)
<response> = be968f9bceb408cacb9bb232ed9fb3e7$1E137EAFF7D2CE921EE6AAFA0E772E122742912DB5B900F68C8971A27A1C344C&username=fritz1234
Diese Zeichenfolge wird als Parameter mit einem POST-Befehl an die Box geschickt.
POST https://192.168.178.1/login_sid.lua?version=2
body: response=be968f9bceb408cacb9bb232ed9fb3e7$1E137EAFF7D2CE921EE6AAFA0E772E122742912DB5B900F68C8971A27A1C344C&username=fritz1234
Die Antwort der Box enthält die ab jetzt gültige SID.
<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<SessionInfo>
<SID>f53dd507e2ed8b3a</SID>
<Challenge>
2$60000$2e62254d216bb465e6a16ce1bff98a72$6000$be968f9bceb408cacb9bb232ed9fb3e7
</Challenge>
...
</SessionInfo>
Puh, einfach ist was anderes..
Zugriff auf die Box, Abfragen per GET
Jetzt ist alles bereit für eine Kommunikation. Per GET-Befehl kann man Daten abfragen, die SID muss jedesmal angehängt
werden. Ein simples Beispiel ist die Anfrage "data.lua":
https://192.168.178.1/data.lua?sid=f53dd507e2ed8b3a
Als Antwort erhält man ein lange Liste grundsätzlicher Daten der Box geliefert.
Das Format für TR‑064‑Anfragen enthält den Port 49000:
https://192.168.178.1:49000/deviceinfoSCPD.xml?sid=f53dd507e2ed8b3a
Eine weiterführende Anleitung für das TR‑064 Protokoll findet sich in den folgenden Dokumenten:
TR‑064 First Steps
TR‑064 Overview
Das TR‑064 Protokoll basiert auf einem Konzept mit "services" und "actions". Ein "service" ist eine Auflistung von "actions" für eine bestimmtes Thema, z.B. WLAN-Verbindungen, registrierte Hosts, Telefonanrufe, Heim-Automatisierung, usw. Eine "action" kann optionale Parameter zum Senden oder Empfangen von Daten haben. Die Liste der verfügbaren services ändert sich in Abhängigkeit vom Router-Modell und dem installierten Fritz!OS.
Links und Hinweise
Kabelanbieter in Deutschland (2026):
- "Vodafone Deutschland" ist der mit Abstand grösste und relevanteste Anbieter, entstanden durch die Übernahme
von "Kabel Deutschland" und "Unitymedia".
- "PYUR" (Tele Columbus Group) ist ein Zusammenschluss mehrer, überwiegend lokal tätiger Anbieter.
- "Telekom", "O2", "Telefonica", Eazy" besitzen keine eigenen Netze und schalten ihre Tarife über bestehende Kabelnetze.
Fritz! hat eine Downloadseite (https://download.avm.de/) auf der Firmware, Daten und Informationen zu ihren Produkten abgelegt sind. Und noch eine weitere "Service"-Downloadseite (https://service.avm.de/downloads/) auf der Apps und älterer Krempel zu finden sind.
Auf BoxMatrix (https://boxmatrix.info/wiki/Powerline-Accessories) findet man ein umfangreiches Wiki über Powerline-Geräte von Fritz!. Dort sind ebenso jede Menge andere Informationen aus dem "Fritz!Box-Universum" zu finden.
Sonstiges:
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Die Wahl der API
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