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Der Lüfter

Der Lüfter sitzt vor dem Wasserkühler und sorgt für kühlende Luft falls der normale Fahrtwind nicht ausreicht. Es ist ein Elektromotor mit ca 35W Leistung.

Luefter

Weitere Infos gibt es noch im Kapitel Wassertemperatursensor.

Übersicht der Steuerung

Der Lüfter wird von der Elektronik im Cockpit kontrolliert.
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Der Temperatursensor im Kühlkreislauf liefert den Messwert an die Elektronik im Cockpit. Der Mikroprozessor überprüft den Meswert und aktiviert den Transistor TR34, dadurch das Lüfterrelais und am Ende den Lüfter selbst.

Für das Einschalten muss eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt sein:
- Die Wassertemperatur steigt auf einen Wert oberhalb von ~100°C. Das Ausschalten erfolgt sobald die Temperatur um ~5..10°C abgesunken ist.
- Oder eine Zeitüberwachung wird aktiv. Der Motor läuft für mindestens 1 Minute im Leerlauf und die Drehzahl wurde mindestens einmal kurzzeitig auf 1400 U/min erhöht.

Die rote Warnleuchte wird geschaltet sobald die Wassertemperatur ~110°C überschreitet.

Die Angaben sind bewusst alle nur als "ungefähr" angegeben. Der Temperatursensor hat natürlich eine Toleranz und die Zuordnung zu einer Temperatur ist daher etwas schwammig.

Was tun wenn der Lüfter nicht läuft

Eine Fehlfunktion bemerkt man spätestens daran dass die rote Warnleuchte aufleuchtet. Aber auch sonst ist der Lüfter kaum zu überhören. Der schnellste Test ist das Laufenlassen im Leerlauf.
Die folgenden Prüfschritte sind der Reihe nach durchzugehen.

- Den Lüfter-Rotor mit der Hand drehen und auf Freigängigkeit und leichten Lauf prüfen (Zündung unbedingt vorher ausschalten!). Kleine Steinchen könnten sich dort festgesetzt haben, oder die Lager könnten korrodiert sein.

- Die Sicherung (Nr. 61, 10A, "FAN") überprüfen. Die Sicherungsbox ist in der Nähe der Batterie zu finden. Eine Sicherung hat immer einen guten Grund für's Durchbrennen! Möglicherweise sitzt der Lüfter fest, oder ein Kurzschluss im Kabelbaum.

- Die Sicherung "FAN" ziehen und überprüfen ob an einer Seite auch wirklich die 12V ankommen.
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- Das Lüfter-Relais überprüfen. Es sitzt im linken Rahmendreieck.
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Im gesteckten Zustand (mit Zündung an) mit einem Draht das Grün/Schwarze Kabel mit Masse verbinden. Das Relais wird dadurch aktiviert und der Lüfter sollte anlaufen. (Diese Methode ist ungefährlich und schadet nicht der Ansteuerelektronik.)
Falls nicht dann das Relais und die Verkabelung überprüfen.

- Den Lüfter einzeln testen. Direkt am Stecker des Lüfters (vorne unter dem Tank) 12V und Masse anlegen ("L" an 12V, "B" an Masse).
(englische Kabelfarben: L = LightBlue = Hellblau; B = Black = Schwarz)
Oder den Steckverbinder vom Relais abziehen und im Steckverbinder das Hellblaue Kabel ("L") mit 12V Verbinden.

- Den Temperatursensor überprüfen. Er sitzt im Thermostat. Es ist ein NTC (temperaturabhängiger Widerstand) mit der folgenden Kennlinie.
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Der Widerstandswert kann mit einem einfachen Multimeter überprüft werden. Bei Raumtemperatur (25°C) beträgt der Wert ~30kOhm, im Einschaltpunkt (~100°C) 1750 Ohm.

Den Steckverbinder abziehen und einen normalen, bedrahteten Festwiderstand an Stelle des Sensors einstecken. Mit einer kleinen Auswahl an Werten kann man jede Temperatur simulieren. Mit einem Wert von ~1600 Ohm sollte der Lüfter anlaufen.

- Wenn all das nicht erfolgreich war liegt der Fehler mit grosser Wahrscheinlichkeit in der Elektronik im Cockpit. Das ist leider nicht so einfach zu beheben..

Die Elektronik im Cockpit

Hier eine Übersicht der relevanten Signale am Cockpit-Stecker, Blickrichtung zum Cockpit.
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- G/R (Grün/Rot) ist die Leitung zum Temperatursensor.
- B/L (Schwarz/Hellblau) die zugehörige Masseleitung. Sie ist intern im Cockpit mit Masse verbunden (das erhöht die Messgenauigkeit).
- G/B (Grün/Schwarz) ist die Aktivierungsleitung für's Relais.

Höchst wahrscheinlich ist Transistor TR34 defekt. Der folgenden Bilder zeigen den passenden Ausschnitt aus dem Schaltplan des Cockpits und die Postion der Bauteile auf der Platine. Die farbigen Punkte dienen zur Orientierung an welchen Stellen die Signale auf der Platine zu finden sind. Der Transistor sitzt auf der Oberseite und ist leider sehr schlecht zu erreichen.
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TR34 hat das Marking "DF RM". Sehr wahrscheinlich handelt es sich um einen der folgenden Typen (NPN 80V 1A SOT89):
- TFM5213
- 2SD1898
- 2SD1623S

Als Ersatz sollten die folgenden Typen funktionieren:
- BCX56
- BSR43
- BC639 (THT = bedrahtet, kein SMD)

Basierend auf dem Schaltplan sind die genauen Eigenschaften des Transistors unkritisch. Wenn keine SMD-Ausführung verfügbar ist dann tut es zur Not auch einer mit Drahtbeinchen.